Multitasking: Nur eine Kunst?

Multitasking ist keine Kunst
Bild: Eine Frau, die versucht, während des Autofahrens noch einige anderen Dinge zu erledigen. Bildquelle: perfectlab - 309403253 / Shutterstock.com

Zauberei oder Evolutionsskill? Multitasking – ist ein Begriff, der aus dem technischen Bereich in unser alltägliches Leben reingedrängt hat und bedeutet so was wie Fähigkeit des Betriebssystems eines Computers, gleichzeitig und kontinuierlich verschiedene Aufgaben zu erledigen.

Heißt das, dass wir Menschen mehr und mehr einem Computer oder etwa einer Maschine ähnlicher und vergleichbar werden? Oder hat der Mensch die Fähigkeit des Multitaskings dank der Entwicklung der technischen Fortschritte? Wer kennt das aus dem Büroalltag nicht: Mails beantworten, gleichzeitig telefonieren, zwischenzeitlich steht ein Arbeitskollege in der Tür – ein Schluck Kaffee und schon geht es weiter an die Recherche für die Vorbereitung eines Meetings.

Die moderne Arbeitswelt: Multitasking

Arbeitsunterbrechungen gehören längst zum Alltag. Selbst in der Freizeit werden wir von sozialen Netzwerken während des Abendessens unterbrochen, oder wir schenken unsere Aufmerksamkeit einer Eilmeldung im Fernsehen, obwohl wir gerade ein Telefonat führen.

Produktiv und Gesundheitsfördernd sind die ständigen Konzentrationsunterbrechungen nicht. Sie verlangsamen eher den Ablauf einer Erledigung, weil sich ständig auf die eine Aufgabe, dann wieder auf die andere Sache konzentriert werden muss.

Tatsächlich ist das Multitasking keine Fähigkeit, die der Mensch in der Zeit des technischen Progresses entwickelt hat. Die Fähigkeit, gleichzeitig verschiedene Tätigkeit zu erledigen, besaßen Menschen schon in der Steinzeit und sogar noch früher. Das Multitaskingsskill ist sogar eine überlebenswichtige Fähigkeit gewesen. Eine Steinzeitfrau, die sich nur auf das Beerensammeln konzentriert hat, riskierte sich von dem Säbelzahntiger gefressen zu werden. Also musste sie gleichzeitig die Beeren sammeln, auf das Feuer aufpassen, die Kinder im Auge behalten und kontinuierlich gegenüber den Gefahren aufmerksam bleiben.

Müdigkeitsgesellschaft

Warum fühlen sich mehr und mehr Menschen zunehmend gestresst und müde auf der Arbeit und im privaten Leben, wenn sie mehrere Aufgaben gleichzeitig erledigen müssen? Schließlich konnte das schon auch unsere Urgroßmutter. Und gibt es eine Möglichkeit, wie man den Multitaskingknopf in unserem Gehirn hin und wieder ausschalten kann?
Prof. Andreas Zimber, Professor für Wirtschaftspsychologie beschäftigt sich mit dem Multitaskingsmysterium und veröffentlichte erst neulich sein Buch „Gesund trotz Multitasking“. Er gibt seinen Lesern einfache und hilfsreiche Tipps gegen den Multitaskingstress.

Organisationstricks für ein gutes Zeitmanagement

  • Aufgaben nach dem Schwierigkeitsgrad zu sortieren
  • Prioritäten setzen, das dringendste wird zuerst erledigt
  • einfache Aufgaben kann man parallel miteinander kombinieren und erledigen, wiederum die anspruchsvollen und komplexen Aufgaben besser einzeln abarbeiten
  • Technische Hilfsmitteln effizienter nutzen
  • Um die Kontrolle nicht zu verlieren sollten To-Do Listen erstellt werden
  • Gedächtnisstütze, wie Mindmaps verwenden
  • Sich öfters kurze 5-Minuten-Pausen gönnen

Multitasking ist keine Kunst

„Multitasking ist keine Kunst, sondern die Unfähigkeit, sich selbst zu organisieren“, hatte einmal der Produktivitätsexperte Martin Geiger gesagt. Wollte er damit sagen, dass der Tagesablauf unserer Urgroßmutter besser organisiert gewesen wäre, wenn sie erst die Beeren aufgesammelt hätte und danach ihre Aufmerksamkeit den möglichen Gefahren geschenkt hätte? Dann hätte der Säbelzahntiger um diese Zeit schon gefrühstückt gehabt. Oder wollte der Autor eher sagen, dass das „Multi-Tasking“ zur Kunst wird, wenn man die Fähigkeit hat, sich gut zu organisieren?

 

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.