Visagistin werden ohne Ausbildung? Möglich!

Eine Frau mit einem Pinsel, die ohne Ausbildung eine Visagistin werden möchte
Visagistin werden ohne Ausbildung – möglich nur unter bestimmten Voraussetzungen. Bildquelle: AlikeYou – 385920391 / Shutterstock.com





Visagistin werden ohne Ausbildung – Geht das? Eine Visagistin kann theoretisch auch ohne Ausbildung erfolgreich werden und in dieser Branche arbeiten. Sie muss nicht immer die Abschlussprüfung erfolgreich bestehen. Dennoch sollte man sich mit einigen Punkten vorher kritisch auseinandersetzen. Was du über den Beruf der Visagistin wissen solltest und ob du tatsächlich auch ohne abgeschlossene Ausbildung erfolgreich als Visagistin arbeiten kannst, wird jetzt geklärt!

Zunächst sollte erstmal die Berufsbezeichnung Visagist oder Visagistin genauer definiert werden. Sie ähneln den Berufen Make-up Artist und Kosmetiker und werden häufig durcheinander gebracht. Dies wundert nicht, wenn man sich die möglichen Berufstätigkeiten eines Visagisten genauer anschaut. Sie können folgende Tätigkeiten ausführen:

  • Die Beratung und Durchführung eines Make-Ups bzw. Stylings für verschiedene Anlässe in einem Geschäft zum Beispiel in einem Friseursalon oder einem Kosmetikstudio
  • Die Beratung über kosmetische Behandlungen der Haut in einer Apotheke oder einem Drogerie-Fachmarkt
  • Für verschiedene Anlässe Models für ein Fotoshooting schminken und mit Agenturen zusammenarbeiten
  • Seminare und Schulungen für Friseure, Kosmetiker und angehende Visagisten durchführen
  • Das Entwickeln neuer Lösungen für problematische Haut und diese an Kosmetikfirmen verkaufen
  • Für Promotion an verschiedenen Orten eingesetzt werden und kosmetische Produkte verkaufen

Zusammengefasst sind Visagisten in verschiedenen Bereichen tätig und deshalb sollten angehende Visagistinnen schon vorab wissen, welcher Bereich für einen in Frage kommen würde. Somit kann auch auf die Frage eingegangen werden, ob man eine Visagstin ohne Ausbildung werden kann.

Visagistin werden ohne Ausbildung: nicht empfehlenswert

Ein Traum der bei Frauen schon im jungen Alter entsteht. Doch die meisten streben nach der Schule ein Studium oder eine anerkannte Berufsausbildung an. Meist neigen auch im Hinblick auf die Vergütung so manche gegen den Beruf eher ab, denn die Ausbildung zur Visagistin ist im Vergleich zu vielen anderen Berufsausbildungen sehr teuer, da man für Utensilien und die Kosten für die schulische Ausbildung selbst aufkommen muss. Während in den meisten dualen Ausbildungsberufen die Theoriestunden sowie Praxisstunden von der Ausbildungsstätte vergütet werden, müssen Auszubildende zur Visagistin selbst schauen, wie sie die Kosten decken und außerdem anderweitig Geld für den Lebensunterhalt einnehmen können.

Verständlich, dass man sich doch überlegt, ob man auch ohne Ausbildung den Beruf der Visagistin ausüben kann. Prinzipiell ist das durchaus möglich. Dennoch sollte man sich mit folgenden Punkten kritisch auseinandersetzen und sich fragen, ob das vorhandene Wissen und die Fähigkeit zur Visagistin vorhanden ist:

  • Eine Visagistin sollte ein Experte in Sachen Haut und Haare sein
  • Das professionelle Arbeiten mit Kamera- und Computer-Digitaltechnik wird vorausgesetzt
  • Hohes technisches Verständnis für die Bildbearbeitung und den Schnitt von Videos
  • Grundlagen des Schminkens reichen meist nicht aus, das Make-up muss exakt zu Gesichtsform- und typ passen
  • Die Wirkung von Tages- und Kunstlicht muss auf Farben bekannt sein und individuell vor jedem Shooting angepasst werden
  • Fantasy-Make-up, Facepainting und Bodypainting müssen individuell zu jedem Kundenauftrag durchgeführt werden
  • Wenn man selbstständige Visagistin ist, muss man auch die Buchhaltung führen können
  • Kundenaufträge müssen ergattert werden, schwierig wird es, wenn kein Nachweis einer abgeschlossenen Ausbildung zur Visagistin vorgelegt werden kann
  • Mit einer Agentur zusammenzuarbeiten wird ebenfalls wegen des fehlendes Abschlusses schwierig

Diese Liste würde sich beinahe endlos fortsetzen. Wer sich durch die Ausübung eines ähnlichen Berufes, wie etwa der der Kosmetikerin oder der Friseurin, schon ein umfangreiches Wissen aneignen konnte, kann sich mit Tagesseminaren umschulen.

Allen anderen wird aufgrund der nicht ausreichenden Berufserfahrung in diesem Bereich eine Ausbildung zwingend empfohlen. Der Beruf der Visagistin wird oftmals unterschätzt.

Beruf Visagistin





Dass der Beruf als Visagistin mehr erfordert, als nur eine andere Person zu schminken, müsste inzwischen klar sein. Ein handwerkliches Können wird zum einen von Kunden erwartet wie zum anderen auch die Flexibilität und Kreativität um individuellen Wünschen gerecht zu werden. Den Beruf muss man Lieben, heißt es. Ihn „einfach“ nur zu lernen reicht nicht aus um langfristig erfolgreich zu sein.  Außerdem sollte man körperlich belastbar sein und in stressigen Situationen trotzdem eine ruhige Hand haben. Schließlich arbeiten viele Visagistinnen unter Zeitdruck und im Stehen. Als selbstständige Visagistin sollte außerdem eine hohe Reisebereitschaft vorhanden sein. Je nach Tätigkeitsumfeld werden sie von Agenturen gebucht um an verschiedenen Orten Models zu schminken.

Ausbildung zur Visagistin

Eine Visagistin werden ohne Ausbildung ist wie oben schon erwähnt wegen der nicht ausreichenden Berufserfahrung nicht zu empfehlen. Doch was spricht gegen die Ausbildung?




In Deutschland sind weder Ausbildungsverordnung noch bestimmte Zulassungskriterien vorhanden. Das bedeutet, dass jeder eine Ausbildung zur Visagistin machen kann. Schließlich werden die Kosten von dem Auszubildenden selbst getragen. Es gibt sehr viele private Institute innerhalb Deutschlands, die die theoretische Ausbildung anbieten. Wichtig im Vorfeld einer Entscheidung ist, sich vorher an den Instituten über die Zertifikate und den Ausbildungsinhalt zu informieren. Nicht jedes Institut bildet gleich gut aus! Der Vorteil ist an dieser Ausbildung, dass sie nicht in Vollzeit durchgeführt werden muss, der Unterricht kann am Abend oder auch am Wochenende stattfinden, sodass man nebenbei beruflich tätig sein kann. Nach der Ausbildung wird dann ein Zertifikat zum Schönmachen überreicht, das Agenturen oder Kunden meist sehen möchten.

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