Fertigsalat: Was den Salat so ungesund macht

Fertigsalat
Bild: Fertiger Salat sieht meist gesünder aus als er ist. Bildquelle: sawaddeebenz – 436939834 / Shutterstock.com





Die Mär vom gesunden Fertigsalat. Ungesunder Salat und Salatcups, wer einen empfindlichen Magen oder ein geschwächtes Immunsystem hat, sollte sie meiden.

Keimbelastung in Salattüten

Der küchenfertige Tütensalat oder der, vor allem bei Frauen so beliebte Salatcup, wird auf dem Weg zur Arbeit schnell in irgendeinem Supermarkt mitgenommen. Diese Salate sind preisgünstig, bereits in mundgerechte Häppchen zerrupft, gewaschen und bei den Salatcups liegt ein Dressing mit Plastikgabel und Serviette bereits dabei. Aber ist dieser “salad to go” auch so gesund, wie die gesundheits- und figurbewusste Käuferin das glauben möchte? Experten sagen „Nein“. Sie sind sogar noch schlechter, als man bisher annahm.

Testergebnis aus dem Jahr 2015

Nach einem Test der Zeitschrift Ökotest aus dem Jahr 2015 überschreiten die meisten Salate einen der Richtwerte, die die Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie festgelegt hat. Eine von neun getesteten, unterschiedlichen Salatsorten, überschritt sogar drei dieser Vergleichswerte, was die Gesamtzahl an Keimen, Schimmelpilzen, Hefen oder Pestiziden betraf. Von jeder der neun Sorten wurden drei Proben genommen, sodass insgesamt 27 Salate getestet wurden. Dem Testergebnis zufolge waren dabei neun der Salattüten mit Cypermethrin kontaminiert, einem Pestizid, das für das Bienensterben mitverantwortlich ist. Einige wiesen Spuren des Pilzgifts Iprodion auf, wieder andere enthielten Perchlorat oder Chlorat. Das lässt wenig Appetit aufkommen.

Fertigsalat sollte vor dem Verzehren dringend gewaschen werden

Die Tester kamen deshalb einstimmig zu dem Ergebnis, dass frischer, selbst angemachter Salat, die bessere Alternative ist. Zumindest sollten diese Fertigprodukte alle vor dem Verzehr nochmals gewaschen werden. Damit verliert der Tütensalat oder Salatcup aber seine Hauptattraktivität, die sofortige Verzehrbarkeit. Kritisch wird die Keimbelastung vor allem gegen Ende des Haltbarkeitsdatums (meist nach sechs Tagen). Durch die Kühlung soll diese möglichst gering gehalten werden. Der frisch geerntete Salat wird sofort auf vier Grad gekühlt, zerkleinert und dreimal mit eiskaltem Wasser gewaschen, bevor er abgepackt wird. Mit einer Schutzatmosphäre aus Sauerstoff, Stickstoff und Kohlendioxid kommt das Grünzeug in die Tüten. Das Problem mit der Verkeimung liegt aber vielmehr an den Schnittstellen der Blätter. Da tritt nämlich Zellsaft aus, ein idealer Nährboden für Keime, der den Salat verderben lässt.

Wie schädlich sind diese Keime?

Der Geschmack der getesteten Salate wurde zwar allgemein als gut bewertet, aber die erhöhte Keimbelastung, vor allem am letzten Tag des Verbrauchsdatums, kann man nicht leugnen. Wie schädlich sind nun die enthaltenen:

  • Schimmelpilze
  • Pestizide
  • Hefen
  • Listerien

Vor allem Listerien können bei Menschen und Tieren eine Infektionskrankheit hervorrufen. Diese Bakterien kommen überall in der Natur vor und ernähren sich vor allem von toten, organischen Materialien, wie man sie auch auf den Salatblättern findet. Zwar ist die Anzahl der Erkrankungen noch relativ gering, durch die zunehmende industrielle Produktion von Nahrungsmitteln mit ihren zahlreichen Zwischenstufen, erhöhen sich jedoch die Kontaminationsmöglichkeiten. Vor allem bei nicht erhitzbaren Lebensmitteln. Die sogenannte Listeriose verläuft bei den meisten gesunden Menschen harmlos, sodass sie allgemein gar nicht bemerkt wird. Werden aber besonders viele Listerien aufgenommen, so kann das zu Durchfall und Fieber führen. Besonders für Risikogruppen wie Schwangere, Kleinkinder, alte Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem, wie frisch Operierte, Diabetiker, Aids- und Krebspatienten, kann das aber gefährlich werden. So können Listerien Sepsen und Hirnhautentzündungen verursachen, die trotz Antibiotika in 30 Prozent der Fälle tödlich enden. Bei Schwangeren kann es zu schweren Schädigungen des Fötus oder zu dessen Absterben führen.

Woran erkennt man verdorbenen Salat?





Man sollte solch einen Fresh & Cut Salat, falls man wirklich einen verzehren will, auf seine Unbedenklichkeit überprüfen, soweit man das mit dem Gesichts- und Geruchssinn wahrnehmen kann.
Fertigsalate sollten:

  • das Verfallsdatum nicht überschritten haben
  • nicht muffig riechen
  • die Blätter sollten keine Braunverfärbungen aufweisen
  • der Salat sollte nicht welk sein und kein Saft im Beutel stehen
  • der küchenfertige Salat sollte niemals länger außerhalb der Kühlung sein

Alternativer Tipp zu fertigen Salatcups

Da alle Lebensmittelexperten ein nochmaliges Waschen vor dem Verzehr dringend empfehlen, ist der Fertigsalat keine große Zeitersparnis mehr zu einem selbst gemachten Salat. Diesen selbst gezupften Salat kann man schon optisch erkennen, denn jeder Kochende meidet Salatstrünke und dicke Blattrispen, da diese nicht besonders schmecken. Bei der maschinellen Zerkleinerung kann das nicht so beachtet werden.

Viel besser ist es, wenn man seine Salatzutaten immer frisch einkauft und sich einen Salatmix nach Lust und Laune zusammenstellt. An frischen, knackigen Blättern muss nicht viel entfernt werden, sodass jeder im Handumdrehen seinen Salat in einer gut verschließbaren Dose für unterwegs angerichtet hat.

Nach Geschmack kann man den Salat mit:

  • Feta
  • Thunfisch
  • Käse
  • Schinkenröllchen
  • Putenstreifen
  • geriebenem Gouda
  • Nüsse
  • gekochte Eier
  • Kidneybohnen

und vielem mehr verfeinern. Auch das Dressing kann individuell und schnell zubereitet werden. Für diese Salatsoße braucht man kein begnadeter Koch zu sein.

Rezept für Salatdressing

Vinaigrette

  • 2 EL Essig
  • 1 EL mittelscharfer Senf
  • 4 EL Rapsöl
  • 1 kleine Zwiebel
  • Salz, Pfeffer, Zucker

Dill-Dressing

  • 1 EL Zitronensaft
  • 2 EL Orangensaft
  • 1 EL Rapsöl
  • je 75 Gramm saure Sahne und Naturjoghurt
  • 1 Bund Dill
  • Salz und Zucker

Voilà, blitzschnell ist ein leckeres Dressing kreiert und in ein Fläschchen für unterwegs abgepackt. Das schmeckt besser als ungesunder Salat.



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