Vegetarier werden – Vegetarismus für Anfänger

Vegetarische Ernährung
Vegetarier werden ist heute kein Problem mehr. Bildquelle: Nadianb – 493793002 / Shutterstock.com, Bearbeitung: golifemag.de





Eine vegetarische oder gar vegane Ernährung ist in Deutschland gesellschaftsfähig geworden. Die Anzahl der Vegetarier ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. Mittlerweile ernähren sich rund 12 Prozent aller Deutschen vegetarisch. Die Anzahl ist nicht verwunderlich, denn es gibt tatsächlich eine Vielzahl an Gründen, welche für ein fleischloses Leben sprechen. Wie du deine Ernährung umstellen kannst und was du sonst über die fleischlose Ernährung wissen solltest, wird im Folgenden genauer erklärt.

Vegetarier werden – wie?

Vegetarier werden beginnt im Kopf. Es nützt nichts, halbherzig an die Umstellung heran zu gehen.
Man sollte sich am Anfang gut informieren, welche Alternativen es gibt. Im Endeffekt ist die Umstellung keine große Sache, wenn man es wirklich will.
Fleisch und Fisch werden aus dem Speiseplan verbannt. Anstatt Schnitzel gibt es dann eben Backcamembert, gegrillten Zucchini oder Tofu. Wem das Fleisch bei der Umstellung noch stark fehlt, der kann auch auf Ersatzprodukte zugreifen. In fast jedem Supermarkt gibt es inzwischen vegetarische oder vegane Würstchen etc. Allerdings sind diese Produkte meist nicht so gesund. Man sollte darauf achten immer genug Obst und Gemüse zu sich zu nehmen.

Unbehandeltes Gemüse oder Biogemüse aus der Region sind dabei immer die beste Wahl. Im Endeffekt ist eine ausgewogene Ernährung immer wichtig, ob man nun Fleisch isst oder nicht. Wer jeden Tag Currywurst isst, lebt genauso ungesund wie ein Vegetarier der nur Pommes Frites zu sich nimmt. Genug Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte liefern alle Nährstoffe die der Körper zum gesunden Leben braucht.

Letztendlich ist alles eine Frage des Bewusstseins und der Einstellung. Es gibt sowohl Fleischesser als auch Vegetarier die Mangelerscheinungen haben. Auf seinen Körper achten und für einen ausgewogenen Speiseplan sorgen ist alles was man tun muss für eine gesunde pflanzliche Ernährung. Wer trotzdem das Bedürfnis hat Nahrungsergänzungsmittel zu nehmen kann dies natürlich tun. Eine Absprache mit dem Arzt ist dabei möglicherweise von Vorteil.

Vegetarisch kochen? Kein Problem

Wer beginnt sich vegetarisch zu ernähren, wird ein ganzes Universum an neuen Kochmöglichkeiten entdecken. Es gibt Käse aller Formen und Arten. Tofu das man backen und braten kann, Seidentofu zum Backen. Oder wie wäre es mit einem Quinoasalat und Kartoffelgratin? Auf Grillpartys kann man sich leckere Zucchinischeiben in Olivenöl und Knoblauch einlegen, die gebraten einfach himmlisch schmecken. Vollkornnudeln mit Gemüse mit Mozzarella sind eine gute Alternative zu Pasta Bolognese. Und für Burgerliebhaber gibt es Kidneybohnen Laibchen die ohnehin aussehen und schmecken wie ein echter Beef Burger. Es gibt im Internet unzählige Blogs und Kochseiten mit vegetarischen Rezepten, man kann aber auch selber kreativ werden und eigene Rezepte und Gerichtvariationen ausprobieren.

Vegetarier unterwegs





Die Zeit in der man sich als Vegetarier mit mickrigen Beilagen Salaten oder Pommes begnügen musste ist zum Glück vorbei. So gut wie jedes Restaurant bietet vegetarische Hauptspeisen und Salatteller mit Schafkäse oder Mozzarella. Da findet sich immer was Leckeres und satt wird man auch.

Was dürfen Vegetarier nicht essen?

Der klassische Vegetarier isst weder Fleisch, Fisch noch Wurst. Auch andere Lebensmittel welche tierische Hauptprodukte enthalten, wie Gelatine oder Brühe aus tierischen Knochen etc. sind für den durchschnittlichen Vegetarier tabu. Natürlich kann jeder selbst entscheiden wo er seine persönliche Grenze setzt.

Formen der Vegetarischen Ernährung

Vegetarier ist nicht gleich Vegetarier. Es gibt verschiedene Formen der fleischlosen Ernährung, die oft miteinander verwechselt werden, oder im umgangssprachlichen Gebrauch mit falschen Begriffen versehen werden:

  • Der klassische Vegetarier:

Die beliebteste Ernährungsform die auf Fleischverzicht beruht ist der Vegetarismus. Es wird sowohl Fleisch als auch Fisch aus dem Speiseplan verbannt, aber dafür sind Käse, Ei, Honig und alle anderen tierischen Nebenprodukte weiterhin Bestandteil der Ernährung.

  • Der Pescetarier:

Oft stellt man sich die Frage, weshalb manche Vegetarier Fisch essen, Fleisch jedoch nicht. Diese Personen nennen sich Pescetarier. Fisch gehört bei dieser Form der vegetarischen Ernährung durchaus auf den Speiseplan. An einigen christlichen Feiertagen wie dem Karfreitag ist es bei Pescetarier ebenfalls Tradition statt Fleisch Fisch zu essen.

  • Der Veganer:

Menschen die sich vegan ernähren verzichten neben Fleisch und Fisch auch auf alle andern Produkte die von Tieren erzeugt oder über sie gewonnen werden. Dazu zählen Milch, Käse, Honig, Eier sowie Produkte aus Leder und anderen tierischen Substanzen. Sie ernähren sich rein auf pflanzlicher Basis.

  • Der Frutarier:

Frutarier sind eine Unterkategorie der Veganer. Sie verzichten ebenfalls auf alle tierischen Produkte aber zusätzlich achten sie darauf, dass sie ausschließlich pflanzliche Produkte essen, die nicht die Beschädigung der Pflanze, von der sie stammen, zur Folge haben. Obst, Nüsse und Samen sind dabei die gängigsten Nahrungsmittel.

Jeder muss selbst wissen, welche fleischlose Lebensweise die richtige für ihn ist. Wer sich nicht im Vornherein entscheiden will, kann ja mehrere ausprobieren und erst danach entscheiden welcher Speiseplan ihn überzeugt hat.

Vegetarier werden – 3 Gründe

  1. Vegetarier werden – der Gesundheitsaspekt

Ist Fleisch gesund? Auch wenn es viele nicht hören wollen: Fleisch ist für den menschlichen Körper alles andere als gesund. Wir sind auch keineswegs als fleischfressende Wesen konstruiert. Tatsache ist, dass unser Körper durchaus in der Lage ist Fleisch zu verwerten. Allerdings ist diese Konstruktion unseres Körpers nur für Notsituationen gedacht, wenn gerade nichts Anderes vorhanden ist. So kam es, dass die Menschen in der Eiszeit damit begannen Fleisch zu konsumieren, weil kaum mehr Pflanzen wuchsen.
Im Fleisch, das heute so viele Menschen täglich unbewusst zu sich nehmen sind Massen an Medikamenten Rückständen enthalten, welche die Fleischindustrie verfüttert. Kein Wunder, wenn Tiere auf so engem Raum gehalten werden ist es sinnvoll, Seuchen und Krankheiten vorzubeugen. Wir nehmen diese auf wenn wir Fleisch verspeisen. Auch das Leid, die Schmerzen und die Ängste, die jedes Tier täglich erleiden muss und besonders intensiv kurz vor der Schlachtung fühlt, wird auch wenn nur unterbewusst, über die Ernährung aufgenommen. Und zwar in Form von Stress- und Angsthormonen.

Tatsächlich berichten viele Menschen, die mit dem Fleischessen aufgehört haben, dass sie sich besser. Ängste- und negative Emotionen werden nicht mehr zusätzlich aufgenommen. Das Vorurteil, dass wichtige Nährstoffe wie B12, Eisen und Eiweiß nur im Fleisch enthalten sind ist schlicht weg falsch. B12 wird selbst den Kühen künstlich zugeführt und kann eigentlich nur im eigenen Darm produziert werden. Eisen ist in vielen Pflanzen enthalten beispielsweise in grünem Blattgemüse (z.B. Spinat), Quinoa oder Kürbiskernen. Dieses pflanzliche Eisen kann ohnehin viel besser vom Menschlichen Organismus verwendet werden, als das tierische. Wer seine Eisenaufnahme noch verbessern will, der kann sie mit Vitamin C unterstützen, das in vielen Obstsorten enthalten ist. Die Proteinzufuhr ist bei einer relativ ausgewogenen pflanzlichen Ernährung kein Problem. Fast alle Gemüsesorten, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte enthalten genug Eiweiß.

  1. Vegetarier werden aus Mitgefühl mit unseren Erdmitbewohnern

Wer sich den Film ‚Earthlings‘ ansieht oder einen Blick in einen Kuhstall oder ein Schlachthaus wirft, der wird kaum im nächsten Moment Lust auf ein Rindersteak haben. Das Problem ist, dass die meisten Menschen einfach wegzuschauen scheinen. Sie haben Angst sich mit der Realität auseinander zu setzen. Die Tiere werden zum Teil unter den qualvollsten Bedingungen gehalten. Als Kalb werden sie sofort von ihrer Mutter getrennt. Teilweise werden ihnen ohne Betäubung die Hörner und Schwänze gestutzt. Sie werden gemästet und ausgenutzt und schließlich in Tiertransportern oft weite Strecken unter Panik zum Schlachthof gebracht. Was dort passiert ist so grausam, dass es schwerfällt daran zu denken.

Die Tiere stehen Schlange und warten auf ihren Tod. Und es soll sogar vorkommen, dass die Betäubung nicht wirkt. Dann werden die Tiere bei lebendigem Leibe aufgeschlitzt. Wir halten uns Katzen und Hunde liebevoll als unsere Freunde aber Schweine dürfen so behandelt werden? Wer sich vegetarisch oder vegan ernährt kann zumindest mit Stolz sagen, dass er seinen Teil dazu beiträgt, dass dieses Leid an den Tieren aufhört.

  1. Vegetarier werden und die Verschwendung von Ressourcen vermeiden




Ein Kilogramm Rindfleisch hat einen enormen Ressourcenverbrauch. Wenn weniger Menschen Fleisch essen würden, müssten weniger Menschen hungern und dursten. Regenwälder müssten nicht mehr abgeholzt werden um neues Ackerland für Tierfutter zu schaffen.

 

 

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