WhatsApp-Streit: Facebook muss Millionenstrafe zahlen

Bild: WhatsApp-Streit: Facebook soll eine Strafe in Millionen Höhe zahlen. Bildquelle: quka – 204352354 / Shutterstock.com

Die Firma Facebook wurde in Brasilien zu einer Strafe von mehr als zehn Millionen Euro verurteilt. Dies forderte ein brasilianisches Gericht am vergangenen Mittwoch. Dem Social-Media-Giganten wird vorgeworfen, ihre rechtlichen Verpflichtungen nicht ausreichend zu erfüllen.

Grund dafür ist, dass sich Facebook weigert, die Chatprotokolle vom beliebten Kommunikationsprogramm WhatsApp, das in den letzten Jahren immer vielseitiger wird und mehr und mehr Benutzer anziehen konnte, an die brasilianischen Behörden weiterzugeben. Diesen Bedarf begründeten die brasilianischen Behörden damit, dass diese sensiblen Daten für den polizeilichen Kampf gegen Kriminelle notwendig seien.

Ein alter Streit

Obwohl dieser Streit mit der neuesten Strafverordnung seinen Höhepunkt erreicht hat, zieht er sich tatsächlich schon seit einiger Zeit hin. Seit 2015 verlangt Brasilien schon den Zugriff auf die Chatverläufe der beliebten App. Facebook verweigerte bisher jedoch vehement die Kooperation unter Rücksichtsnahme auf den Datenschutz sowie der Tatsache, dass die erwünschten Daten im Ausland gespeichert werden, wo andere Gesetze gelten. Inzwischen sieht sich Brasilien stark missachtet und nicht respektiert. Dies hatte zur Folge, dass der Tropenstaat seit dem Dezember 2015, die App bereits dreimal für bis zu drei Tage gesperrt hat. Auf Druck der über 100 Millionen Nutzer im Land konnten sich diese Verbote jedoch nicht sehr lange halten.

Ende-zu-Ende Verschlüsselung als weiteres Argument für Facebook

WhatsApp ist über die Jahre durch zahlreiche Funktionen gewachsen. Seit dem April benutzt die App nun auch die sogenannte „Ende-zu-Ende Verschlüsselung“. Dies hat zur Folge, dass auch Facebook nicht auf die Chat-Protokolle eines Nutzers zugreifen kann und somit nur schwer dazu in der Lage ist, diese auch auszuhändigen. Zudem verlangen die brasilianischen Behörden, dass WhatsApp der Polizei Konversationen in Echtzeit zur Verfügung stellt, was eine weitere technische Hürde darstellt. All dies bekräftigt die Argumete des Social-Media-Konzernes.

Fazit

Im WhatsApp-Streit zeichnet sich bisher kein klarer Sieger ab. Die Vergangenheit hat aber gezeigt, dass sich Facebook insgesamt sehr gelassen gegenüber den Forderungen Brasiliens zeigt. Dies ist ihnen einfach, denn neben einigen guten Argumenten haben sie auch über 100 Millionen aktive Nutzer in Brasilien, die empört über weitere Sperren von ihrer App wären. Zudem gibt es noch zahlreiche andere, ähnliche Programme. Selbst wenn diese spezifische App nicht mehr in Brasilien verfügbar wäre, würden die zahlreichen Nutzer nur auf ein anderes Programm umsteigen, und der Streit ginge vermutlich von vorne los.

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