Kiribati – Sehenswürdigkeiten und Wissenswertes 

Die Inseln Kiribatis sind mit mehreren Brücken miteinander verbunden
Bild: Kiribati ist ein Paradies für Badeurlauber. Ganzjährlich Sonnenschein und türkis-blaues Wasser versprechen die Inseln. Bildquelle: tororo reaction – 238482625 / Shutterstock.com

Eine einzigartige Kultur, eine Lebensweise der Bevölkerung die für den Rest der Welt kaum Denkbar ist. Kiribati ist komplex, vielfältig und so einzigartig, das Reisefreudige an diesem Ort mindestens einmal im Leben gewesen sein sollten.

Die Republik Kiribati ist ein Inselstaat, der drei Inselgruppen mit 33 Atollen umfasst. Atolle sind Korallenriffe. Der Inselstaat liegt mitten im Pazifischen Ozean und ist meilenweit von Australien, Asien und Amerika entfernt. Das folgende Bild einer Weltkarte soll zur Orientierung helfen.

Die rote Markierung zeigt den Inselstaat Kiribati auf der Weltkarte
Bild: Kiribati liegt mitten im Pazifik, unmittelbar am Äquator. Bildquelle: Screenshot Google Maps

Die Phoenix-Inseln

Wie bereits erwähnt, ist Kiribati in drei Inselgruppen aufgeteilt. Die Phoenix-Insel ist eine davon. Zu den Phoenix-Inseln gehören acht unbewohnte Atolle und zwei Korallenriffe. Die Festlandfläche beträgt gerade einmal 30 Quadratkilometer. Hier wohnen etwa eine Hand voll Menschen, eine Übernachtungsmöglichkeit auf dieser Insel ist aufgrund der eingeschränkten Infrastruktur nicht möglich, dennoch gibt es für Touristen geführte Touren, die es ermöglichen, die Insel einmal anzuschauen.

Die Linien-Inseln

Die Linien-Inseln sind um einiges mehr bewohnt als die Phoenix-Inseln. Sie umfassen drei bewohnte Atolle:

  • Teraina
  • Tabuaeran
  • Kirimati

Sie sind unter anderem auch als Weihnachtsinsel bekannt und lohnen sich nicht nur hinsichtlich des Namens für einen Besuch. Neben Bade- und Shoppingmöglichkeiten bietet die Insel eine unberührte Unterwasserwelt, die für Taucher ein Paradies ist.

Kiribati hat nicht sehr viele Sehenswürdigkeiten zu bieten, dafür überzeugt der Inselstaat mit viel Sonne, türkisblauem Meer und weißem Sandstrand. Segelfreudige, Badelustige Touristen und Taucher kommen auf der Insel voll und ganz auf ihre Kosten. Auch Freunde der Natur werden die Republik lieben, Kiribati ist nämlich bekannt für die Ruhe und die unberührte Natur. Besonders gern werden während des Sonnens am Strand die Vögel beobachtet, die für eine entspannte, beruhigende Stimmung sorgen und ein Flair verleihen, das sonst nicht auf anderen Inseln zwecks der überlaufenen Touristen möglich ist.

Ein paar Sehenswürdigkeiten hat die Insel dennoch zu bieten. Gerade kleinere Sightseeing-Trips lohnen sich am frühen Morgen oder an regnerischen Tagen zu Besichtigen.

Sehenswürdigkeiten und Ausflugsmöglichkeiten

Maneaba

Ist ein Versammlungshaus, wörtlich übersetzt heißt es so viel wie „Männerhaus“ und nimmt auf der Insel zwecks der kunsthandwerklichen Verarbeitung eine überragende Stellung ein.  Die meisten Versammlungshäuser dieser Art werden als Besprechungszimmer oder als Veranstaltungsraum genutzt. Je nach Region werden die Maneabas von Stämmen und deren Häuptlingen beherrscht. Also ein echtes Männerhaus, das bei einer Reise nach Kiribati auf der Liste der Ausflugsziele stehen sollte.

Kanonen

In Süd-Tarawa befinden sich noch heute riesige Kanonen aus dem Zweiten Weltkrieg, die sonst in keinem anderen Land in diesem Maß zu sehen sind. Die Kanonen stammen aus dem Jahre 1943.

Tabuaeran Atoll / Fanning Island

Strand der Insel Fanning Island mit türkis-blauem Wasser
Bild: Die Insel Fanning Island sorgt für paradiesisches Flair. Im Hintergrund sind kleine Brücken zu erkennen, die zu anderen Atollen führt. Bildquelle: Cherryson – 202514668 / Shutterstock.com
Die Insel wurde noch vor 30 Jahren Fanning Island genannt, heute nennt man dieses kleine Atoll Tabuaeran, was so viel wie „himmlischer Fußabdruck“ bedeutet. Diese kleine Insel liegt im Norden von Kiribati und südlich von Hawaii und lädt Touristen zum Schnorcheln und Tauchen ein. Ein Besuch lohnt sich!

Hauptstadt von Kiribati ist South Tarawa

Die Hauptinsel besteht aus mehreren kleinen Inseln, die das südliche Gebiet der Inselstaat umfasst. Die Gemeinde zieht sich über verbundene Atolle auf Tarawa, die über Dämme miteinander verbunden sind. Das Hauptstadtgebiet umfasst rund 30 Kilometer.

Die Hauptstadt South Tarawa ist die einzige Stadt/Insel, die eine touristische Infrastruktur zu bieten hat. Vorwiegend bei Neuseeländern ist South Tarawa ein beliebtes Reiseziel.

Die Hauptstadt zählt zu einer der am dichtesten bevölkerten und ärmsten Städte weltweit.

Insel Bonriki Tarawa

Bonriki ist die größte Insel von Tarawa. Sie verfügt über einen internationalen Flughafen, der im westlichen Teil von Kiribati liegt und der einzige Flughafen der Republik ist. Er ist so gesehen das einzige Tor auf die einsame Insel mitten im Pazifik. Es fliegen nur zwei Fluggesellschaften diesen Flughafen an, und das je nach Jahreszeit nur einmal pro Woche. Aus Deutschland lässt sich bisher (Stand 2016) kein Direktflug auf die Insel buchen. Der Flug ist verhältnismäßig auch nicht gerade günstig, was das Reiseziel aber auch so exklusiv und einmalig macht.

Der Tourismus beträgt mehr als ein Fünftel des Bruttoinlandsprodukts und ist für die Bevölkerung eine der wichtigsten Einnahmequellen.

Klima auf Kiribati

Auf den Inseln ist es das ganze Jahr immer tropisch-feucht. Die Temperaturen sind aufgrund der Lage unmittelbar am Äquator ganzjährig hoch. Die Durchschnittstemperaturen liegen zwischen 26 und 28 Grad. Die durchschnittliche Wassertemperatur verspricht ganzjährig zwischen 24 und 28 Grad und ermöglicht einen entspannten Badeurlaub zu jeder Jahreszeit. Im Januar und Mai sind die Regentage im Jahr am höchsten mit durchschnittlich 15 Tagen. Dennoch regnet es meist nur sehr kurz für ein paar Stunden.

Die folgende Infografik informiert über die Daten zum jeweiligen Reisezeitraum.

Der sonnigste Monat auf Kiribati ist Oktober
Infografik: Finde die für dich passende Reisezeit für Kiribati heraus. Infografikquelle: www.golifemag.de

Kiribati und der Klimawandel

Die Bewohner des Südseeparadieses müssen in den nächsten Jahren höchstwahrscheinlich damit rechnen, dass die Landesfläche Kiribatis, die momentan gerade einmal 811 Quadratkilometer umfasst, im Pazifischen Ozean versinken wird. Der ehemalige Präsident, Anote Tong prognostiziert, dass es in 30 bis 60 Jahren soweit sein würde. Die Inseln Kiribatis liegen nämlich nur knapp zwei Meter über dem Meeresspiegel – und der steigt jährlich mehr als einen Zentimeter. Vergleichen lässt sich das mit Europa: In Europa steigt der Meeresspiegel jährlich um einen Millimeter. Damit man eine Vorstellung von der Größe hat: Der kleine Inselstaat ist kleiner als Berlin. Auf den Inseln leben rund 100.000 Einwohner, sie sorgen jetzt schon vor, und verlassen das Südseeparadies.

Die Klimaflüchtlinge tun momentan das richtige: Sie suchen jetzt schon ihre neue Heimat in Neuseeland oder in Australien auf. Denn ausreichend finanzielle Mittel für das Gegensteuern des Klimawandels und deren Folgen sind nicht vorhanden. Kiribati zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Der einzige Schutz bieten die Sandsäcke, die sie großzügig der Küste entlang verteilt haben, um die Häuser und Dörfer vor Wellen abzusichern.

Die Inseln um Kiribati sind durch den Klimawandel bedroht
Bild: Die Sandsäcke bieten den einzigen Schutz für die Inselbewohner von Kiribati. Bildquelle: xuanhuongho – 391863775 / Shutterstock.com

Bevölkerung in Kiribati

Einwohnerzahl auf Kiribati steigt jährlich an

Nicht nur der Klimawandel sorgt für Leid, sondern auch die stetig wachsende Einwohnerzahl. Die Bevölkerungsdichte auf South Tarawa beträgt etwa 3000 Menschen pro Quadratkilometer. Auf kleineren Inseln hält Bevölkerungsdichte mit 5200 Menschen pro Quadratkilometer das Niveau Londons mit. In Deutschland sind es 229 Menschen pro Quadratkilometer (Stand 2016).

Die Lebenserwartung der Bevölkerung liegt bei Männern auf 57 Jahre, bei Frauen auf 63 Jahre im Durchschnitt. Von 1000 Lebensgeburten sterben etwa 54 direkt bei der Geburt. Für die hohe Säuglingssterblichkeit ist die Infektionskrankheit Tuberkulose verantwortlich, die in Kiribati weit verbreitet ist.

Armut in Kiribati

Kiribati liegt tausende Kilometer entfernt vom asiatischen, amerikanischen und australischen Festland entfernt und macht Import und Export nicht gerade billig. Das macht auch die Versorgung innerhalb des Landes zur großen Herausforderung. Über ein Fünftel der Einwohner leben mit weniger als umgerechnet 13 Euro pro Woche, womit die Grundversorgung in Frage gestellt wird. Nur knapp 40 % der Bevölkerung sind am Arbeitsmarkt aktiv, was der beschränkten Beschäftigungsmöglichkeiten zurückzuführen ist. Doch nicht nur die Armut trägt zum Leid bei – der Mangel an sauberem Wasser, die steigende Versalzung und Verschmutzung beeinflussen das Grundwasser und verursachen gesundheitliche Probleme in der Bevölkerung.

Reisen nach Kiribati sind derzeit (Stand 2016) laut dem auswärtigen Amt mit keinen Sicherheitsrisiken verbunden und sind daher für eine abenteuerliche Reise sehr zu empfehlen. Wenn du nicht unter Aviophobie leidest und paradiesische Inseln liebst, solltest du unbedingt deine nächste Reise dorthin planen. Also – Worauf wartest du noch?

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  1. Dort will keiner hin! Die unbeliebtesten Reiseziele 2016 | golifemag.de

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